Online-Kurs-Preis festlegen: vom Monatsziel zum passenden Preis
Deinen Online-Kurs-Preis festlegen kannst du am leichtesten, wenn du vom Ziel aus rückwärts rechnest: Wie viel soll im Monat übrig bleiben, wie viele Verkäufe braucht das bei verschiedenen Preisen, und erreichst du so viele Käufer? Danach prüfst du, was das Ergebnis des Kurses deinen Teilnehmern wert ist, und wählst zwischen Einmalpreis und Abo. Im Beispiel unten braucht ein Kurs zu 149 € 8 Verkäufe im Monat für 1.000 € nach Gebühren, derselbe Kurs zu 49 € braucht 22.
Als Beispiel nehmen wir eine Grafikdesignerin mit einem Mini-Kurs aus sechs Lektionen. Darin finden Selbstständige zwei Schriften für ihre Marke und setzen sie in Canva und auf ihrer Website ein. Für Beratungen nimmt sie 90 € pro Stunde. Jetzt sucht sie den Preis für den Kurs.
Online-Kurs-Preis festlegen: vom Ziel rückwärts rechnen
Wer zum ersten Mal einen Preis festlegt, fängt meist bei der Zahl an und fragt sich, ob sie zu hoch ist. Andersherum lässt sich der Online-Kurs-Preis leichter berechnen. Leg zuerst fest, wie viel der Kurs dir im Monat bringen soll, und rechne dann für zwei oder drei Preise aus, wie viele Verkäufe das braucht. Erst an dieser Zahl siehst du, ob ein Preis zu deiner Reichweite passt.
Die Grafikdesignerin will mit dem Kurs 1.000 € im Monat verdienen, gerechnet nach allen Gebühren und vor Steuern. Bei 49 € bleiben ihr je Verkauf 46,83 €, bei 149 € sind es 143,43 €. Dazu zahlt sie einmal im Monat 19 € für den Plan. Zu 49 € braucht sie damit 22 Verkäufe im Monat, zu 149 € reichen 8.
Wie viele Interessenten du dafür brauchst
Verkäufe kommen von Besuchern deiner Verkaufsseite. Wie viele davon kaufen, hängt stark davon ab, ob sie dich schon kennen, etwa von deiner Warteliste. Nimm für die Rechnung eine vorsichtige Annahme, hier 3 von 100 Besuchern. Dann braucht der Kurs zu 49 € im Monat gut 730 Besucher, zu 149 € knapp 270.
Beim höheren Preis kaufen vermutlich weniger. Selbst wenn es nur halb so viele sind, also 1,5 von 100, reichen gut 530 Besucher, weniger als für den günstigen Preis. Hast du erst ein paar hundert Leute auf deiner Liste oder unter deinen Followern, passt deshalb ein Preis besser, der mit wenigen Käufern auskommt.
Was vom Preis bleibt: Gebühren je Verkauf
Von jedem Verkauf gehen Gebühren ab. Bei Merchavio, das wir entwickeln, zahlst du eine feste Planpauschale und je Verkauf einen kleinen Anteil: im Plan Starter 19 € im Monat und 1,9 % + 0,25 € je Verkauf, jeweils zzgl. USt. Dazu kommt Stripe, über das die Zahlung auf dein eigenes Konto läuft. Für Karten aus dem EWR nimmt Stripe laut seiner Preisseite 1,5 % + 0,25 € (Stand: Oktober 2026).
| 49 € | 149 € | |
|---|---|---|
| Merchavio, zzgl. USt | 1,18 € | 3,08 € |
| Stripe | 0,99 € | 2,49 € |
| Bleibt je Verkauf | 46,83 € | 143,43 € |
| Verkäufe für 1.000 € | 22 | 8 |
Rechenbeispiel je Verkauf mit Merchavio Starter (1,9 % + 0,25 €, Plan 19 € im Monat) und Stripe (1,5 % + 0,25 € für Karten aus dem EWR). Verkäufe für 1.000 € im Monat nach Gebühren und Plan. Merchavio-Beträge ohne USt. Stand: Oktober 2026.
Der Kurs zu 149 € kostet dich je Verkauf 3,40 € mehr Gebühren als der zu 49 € und bringt dir 96,60 € mehr. Von jedem Euro, den du mehr verlangst, bleiben knapp 97 Cent bei dir: Vom Mehrpreis gehen nur die Anteile ab, 1,9 % für Merchavio und 1,5 % für Stripe, die festen 0,25 € je Gebühr bleiben gleich. Was andere Anbieter bei deinem Preis kosten würden, rechnet der Gebührenrechner aus.
Verkaufst du an Verbraucher, steckt in deinem Preis die Umsatzsteuer, falls du sie abführen musst. Was davon für dich gilt, klärst du mit deiner Steuerberatung.
Was darf ein Online-Kurs kosten? Der Preis folgt dem Ergebnis
Eine feste Preisliste für Online-Kurse gibt es nicht, und Durchschnittspreise von US-Plattformen in Dollar helfen bei einem deutschen Kurs wenig. Brauchbarer ist die Frage, was das Ergebnis deinen Teilnehmern wert ist und was sie heute dafür ausgeben.
Im Beispiel ist das leicht zu greifen. Wer die Grafikdesignerin bucht, um zwei Schriften für die eigene Marke festzulegen, zahlt für ein bis zwei Beratungsstunden 90 bis 180 €. Der Kurs liefert dasselbe Ergebnis, nur ohne ihre Zeit. 149 € liegen damit im Rahmen dessen, was die Lösung heute kostet, 49 € deutlich darunter.
Zwei Maßstäbe führen oft zu einem zu niedrigen Preis. Die Frage „Was würde ich selbst zahlen?“ stellt jemand, der das Thema schon beherrscht und den Kurs am wenigsten braucht. Die Länge des Kurses sagt ebenfalls wenig: Sechs kurze Lektionen, nach denen das Problem gelöst ist, sind mehr wert als dreißig, nach denen man noch nicht weiterweiß.
Mini-Kurs, Selbstlernkurs oder Kurs mit Betreuung
- Ein Mini-Kurs löst ein einzelnes Problem in wenigen Lektionen, so wie der Schriften-Kurs im Beispiel, und eignet sich als Einstieg für Leute, die dich noch nicht kennen.
- Ein Selbstlernkurs führt durch ein größeres Thema, etwa den ganzen Markenauftritt mit Farben, Schriften und Vorlagen. Weil am Ende mehr erledigt ist, darf er mehr kosten.
- Ein Kurs mit Betreuung enthält zusätzlich deine Zeit, zum Beispiel Fragestunden oder Feedback auf Aufgaben, und diese Stunden gehören in den Preis.
Schreib neben den Preis den Satz, mit dem du ihn begründest, etwa „Zwei Schriften für deine Marke, ohne Beratungstermin“. Fällt dir kein Satz ein, der das Ergebnis nennt, ist der Preis noch geraten.
Die Betreuung rechnest du mit deinem Stundensatz. Bietet die Grafikdesignerin zum Kurs zwei Fragestunden für eine Gruppe von acht Teilnehmern an, kostet sie das mit Vorbereitung etwa drei Stunden, zu ihrem Satz also 270 €. Je Teilnehmer sind das knapp 34 €, die mindestens auf den Kurspreis kommen.
Kommen zum aufgezeichneten Kurs Fragestunden oder Feedback dazu, kann er unter das Fernunterrichtsschutzgesetz fallen. Ob das für dein Angebot gilt, lässt du vor dem Verkauf von einer Anwältin oder einem Anwalt prüfen.
Online-Kurs mit Einmalzahlung oder Abo?
Ein fertiger Kurs, an dem sich nichts mehr ändert, passt zu einem Einmalpreis: Käufer zahlen einmal und behalten den Zugang. Ein Abo passt, wenn jeden Monat etwas dazukommt: neue Lektionen, Live-Termine oder eine Community, in der Teilnehmer Fragen stellen.
Bei Abos rechnet Stripe laut Preisseite zur Kartengebühr noch 0,7 % für die Abo-Abrechnung. Ein Jahresplan neben dem Monatsplan bringt dir das Geld für zwölf Monate auf einmal. Bei Merchavio läuft ein Jahresabo nach den ersten zwölf Monaten monatlich weiter, zum Jahrespreis geteilt durch zwölf, und ist dann monatlich kündbar.
Zwei Stufen: Kurs allein und Kurs mit Betreuung
Statt eines einzigen Preises kannst du den Kurs in zwei Fassungen anbieten, im Beispiel den Selbstlernkurs für 149 € und dieselben Lektionen mit zwei Fragestunden für 249 €.
So sieht das in Merchavio aus
In Merchavio legst du den Preis im Produkt unter dem Tab Pricing fest. Unter „Billing“ wählst du „One-time“, „Monthly“, „Annual“ oder „Lifetime“ und trägst den „Price“ ein.
Mit Add plan kommt die zweite Stufe in dasselbe Produkt. Ein neuer Plan heißt zuerst „New plan“, steht auf „Monthly“ und hat den Preis des empfohlenen Plans. Für die zweite Stufe gibst du ihm deshalb einen Namen wie „Mit Betreuung“, stellst unter „Billing“ auf „One-time“ um und trägst 249 € ein. Den ersten Plan, der „Standard“ heißt, benennst du ebenso um, etwa in „Selbstlernkurs“.
Käufer wählen auf deiner Verkaufsseite zwischen den Plänen. Vorausgewählt ist der Plan, den du im Dashboard mit „Recommended“ markierst.

Einen Ratenplan, bei dem Käufer den Preis in mehreren festen Raten zahlen, kannst du bei Merchavio heute nicht anlegen. Bei teuren Kursen mit Betreuung ist das eine Grenze, die du kennen solltest.
Startpreis aus dem Vorverkauf mit festem Ende
Wer seinen Kurs vorverkauft, bevor er fertig ist, gibt den ersten Käufern meist einen Startpreis. Damit du später nicht neu überlegen musst, legst du den regulären Preis gleich fest und gibst den Startpreis als Rabattcode mit Enddatum aus. Im Beispiel kostet der Kurs 149 €, und die Warteliste bekommt bis zum Start des ersten Moduls einen Code über 30 %. Sie zahlt also 104,30 €.
Nenn das Enddatum in jeder Nachricht an die Warteliste und halte es ein. „Bald wird es teurer“ ohne Datum setzt Leute unter Druck, ohne dass sie planen können. Mit einem echten Datum wissen alle, bis wann der Startpreis gilt. Einen durchgestrichenen Preis zeigst du nur, wenn du ihn vorher wirklich verlangt hast.
Frühbucher-Code mit Enddatum in Merchavio
- Unter Discounts klickst du auf New discount und wählst „Percentage code“.
- Unter „Discount code“ ersetzt du den Vorschlag durch einen eigenen Code, etwa FRUEHSTART, und trägst unter „Percentage off“ 30 ein. Soll er nur für den Kurs gelten, wählst du „Specific products“ und dann den Kurs.
- Unter Active dates schaltest du Set an end date ein und trägst „End date“ und „End time“ ein. Ab diesem Zeitpunkt nimmt der Checkout den Code nicht mehr an, und alle zahlen den regulären Preis.
- Zum Schluss klickst du oben auf Publish. Erst dann ist der Code gespeichert und gilt im Checkout.
Käufer tragen den Code im Warenkorb unter „Have a discount code?“ ein, bevor sie zur Zahlung weitergehen. Schreib das in die Nachricht an deine Warteliste, zusammen mit dem Enddatum.

Einen Rabattcode mit Enddatum legt dir auf Wunsch auch die Merchavio KI im Dashboard an, allerdings für alle Produkte oder eine Produktart wie Kurse, nicht für einen einzelnen Kurs. Nennst du kein Ende, setzt sie eines sechs Tage nach dem Start. Prüf deshalb danach „Active dates“.
Online-Kurs-Preis erhöhen: wann und wie
Den Preis kannst du jederzeit ändern. Eine Erhöhung lohnt sich vor allem, wenn sich am Kurs oder an der Nachfrage etwas getan hat:
- Der Kurs verkauft sich regelmäßig, auch an Leute, die dich vorher nicht kannten.
- Teilnehmer haben das Ergebnis erreicht, und du darfst ihre Rückmeldungen auf der Verkaufsseite zeigen.
- Du hast Lektionen ergänzt oder eine Stufe mit Betreuung dazugenommen. Der Kurs leistet jetzt mehr als beim Start.
Kündige die Erhöhung mit Datum an, etwa zwei Wochen vorher an deine E-Mail-Liste. Wer schon gekauft hat, ist davon nicht betroffen: Einmalkäufer behalten ihren Zugang, und bei Merchavio laufen bestehende Abos zu dem Preis weiter, zu dem sie abgeschlossen wurden. Der neue Preis gilt nur für neue Käufe.
Ändern kannst du den Preis im Tab „Pricing“ oder, wenn du es ihr sagst, über die Merchavio KI, die im manuellen Modus, der Voreinstellung, vor der Änderung nachfragt.
Ob die Erhöhung trägt, zeigt die Kaufquote nach ein paar Wochen. In Merchavio stehen Besuche und Conversion deines ganzen Shops unter „Analytics“ im Tab „Traffic“. Vergleiche die Wochen vor und nach der Änderung. Zwei Preise gleichzeitig an verschiedene Besucher ausspielen kannst du dort nicht.
Typische Fehler beim Kurspreis
- Den ersten Kurs billig ansetzen, weil es sich sicherer anfühlt. Zu 49 € braucht der Kurs im Beispiel fast dreimal so viele Käufer wie zu 149 €.
- Den Preis nach Länge oder Aufwand festlegen. Käufer zahlen für das Ergebnis. Ob es nach sechs oder nach dreißig Lektionen kommt, ist ihnen meist egal.
- Gebühren vergessen. Rechne mit dem, was je Verkauf bleibt, und mit der Planpauschale im Monat.
- Einen Startpreis ohne Ende ausgeben. Ohne Datum wird er zum Dauerpreis, und wer später kauft, fragt zu Recht, warum er mehr zahlt.
- Ein Abo für einen fertigen Kurs verlangen. Wer alles gesehen hat, hat keinen Grund mehr, weiter zu zahlen.
Häufige Fragen
Was darf ein Online-Kurs kosten?
Eine feste Preisliste gibt es nicht. Orientier dich daran, was das Ergebnis deinen Teilnehmern wert ist und was sie heute für die Lösung zahlen, etwa für eine Beratung. Rechne dann aus, wie viele Verkäufe dein Monatsziel bei diesem Preis braucht, und prüf, ob du so viele Käufer erreichst.
Kann man mit Online-Kursen Geld verdienen?
Ja, wenn genug Leute den Kurs kaufen, und das hängt vor allem von deiner Reichweite und vom Preis ab. Im Beispiel braucht ein Kurs zu 149 € 8 Verkäufe im Monat für 1.000 € nach Gebühren, zu 49 € sind es 22. Versprechen kann das niemand, vorher rechnen kannst du es.
Wie viele Kurse muss ich verkaufen, um mein Ziel zu erreichen?
Teil dein Monatsziel plus die Planpauschale durch das, was je Verkauf nach Gebühren bleibt. Mit Merchavio Starter bleiben bei 149 € je Verkauf 143,43 €, für 1.000 € im Monat sind das 8 Verkäufe. Bei 49 € bleiben 46,83 €, das sind 22 Verkäufe.
Einmalpreis oder Abo für einen Online-Kurs?
Ein fertiger Kurs passt zu einem Einmalpreis. Ein Abo lohnt sich, wenn jeden Monat etwas dazukommt, etwa neue Lektionen, Live-Termine oder eine Community. Bei Merchavio kannst du beides im selben Produkt anbieten, als zwei Pläne.
Wann sollte ich den Preis meines Kurses erhöhen?
Wenn der Kurs regelmäßig verkauft, Teilnehmer das Ergebnis erreicht haben oder neue Lektionen dazugekommen sind. Kündige die Erhöhung mit Datum an. Bestehende Käufer behalten ihren Zugang, und laufende Abos bleiben bei Merchavio beim alten Preis.
Ist ein günstiger erster Kurs besser?
Nur wenn du viele Leute erreichst. Ein niedriger Preis braucht für dasselbe Ziel deutlich mehr Käufer, im Beispiel 22 statt 8 im Monat. Willst du zum Start günstiger sein, leg den regulären Preis gleich fest und gib einen Startpreis als Rabattcode mit festem Enddatum aus.
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