Zahlungsanbieter für Online-Kurse: Stripe, PayPal, Reseller oder Plattform?
Als Zahlungsanbieter für Online-Kurse hast du drei Wege: ein eigenes Zahlungskonto bei Stripe oder PayPal, einen Reseller wie Digistore24 oder die Zahlungen, die deine Kursplattform selbst anbietet, etwa Kajabi Payments. Bei einem Kurs für 49 € kostet eine Kartenzahlung über Stripe 0,99 € plus die Gebühr deiner Kurs-Software, bei Digistore24 sind es 4,87 €, dafür übernimmt der Reseller mehr. Sobald du Abos verkaufst, zählt eine Frage mehr als die Gebühr: In wessen Konto liegen die Abos, wenn du die Plattform wechselst?
Drei Wege, Zahlungen für Online-Kurse anzunehmen
Die Wege unterscheiden sich darin, wer das Geld einsammelt und wer gegenüber dem Käufer als Verkäufer auftritt. Beim eigenen Zahlungskonto bist du das, und Stripe oder PayPal wickeln nur die Zahlung ab. Ein Reseller verkauft deinen Kurs in eigenem Namen. Bei den Plattform-Zahlungen kassiert die Kursplattform über ihren eigenen Zahlungsdienst und zahlt dir den Rest aus.
Ob du überhaupt über einen Marktplatz, einen Reseller oder einen eigenen Shop verkaufen willst, ist die Frage davor. Die klärt unser Überblick, auf welcher Plattform du digitale Produkte verkaufen kannst. Hier geht es eine Ebene tiefer um die Zahlungsabwicklung, und zwar vor allem für Kurse, Coachings und Mitgliedschaften, die jeden Monat neu abgebucht werden.
Eigenes Zahlungskonto: Stripe oder PayPal Business
Mit einem eigenen Konto bei Stripe oder PayPal nimmst du Zahlungen unter deinem Namen an. Stripe nimmt in Deutschland für eine Standardkarte aus dem EWR 1,5 % + 0,25 € je Zahlung, für SEPA-Lastschrift 0,35 €. Eine Monatsgebühr gibt es nicht (Preise von Stripe, Stand 04.10.2026).
Für wiederkehrende Zahlungen kommen bei Stripe 0,7 % für Stripe Billing dazu. Bei einem Abo für 49 € im Monat sind das zusammen 1,33 € je Abbuchung.
Ein Zahlungsdienst kassiert und zahlt auf dein Bankkonto aus. Er baut dir aber keinen Kursbereich, schaltet keine Lektionen frei und sperrt den Zugang nicht, wenn ein Abo endet. Das erledigt die Software, die du mit dem Konto verbindest: eine Kursplattform, ein Shop-System oder ein Mitgliederbereich. Für einzelne Coaching-Kunden reicht manchmal auch ein Zahlungslink, den du direkt in Stripe erstellst.
Der Vorteil dieses Wegs zeigt sich bei Abos. Kunden, gespeicherte Zahlungsmittel und laufende Abos liegen in deinem eigenen Konto, nicht bei der Software, die du gerade nutzt.
Reseller als Merchant of Record: Digistore24 und CopeCart
Ein Reseller kauft deinen Kurs rechtlich ein und verkauft ihn in eigenem Namen weiter. Der Fachbegriff dafür ist Merchant of Record, also der Anbieter, der gegenüber dem Käufer selbst der Verkäufer ist. Digistore24 schreibt, es sei der rechtliche Vertragspartner des Kunden. Er stellt die Rechnung, nimmt die Zahlung an und zahlt dir deinen Anteil aus.
Das kostet mehr als eine reine Zahlungsabwicklung. Für den Kurs zu 49 € behält Digistore24 7,9 % + 1 €, also 4,87 €, und CopeCart im Standardmodell 4,9 % + 1 €, also 3,40 €. Ein echter Vorteil ist der Affiliate-Marktplatz: Partner finden dein Produkt dort und bewerben es gegen Provision, ohne dass du sie selbst suchen musst.
Weil der Reseller Vertragspartner ist, laufen auch die Abos über ihn, und welche Käuferdaten du bekommst, legt er fest. Der Reseller rechnet die Umsatzsteuer ab, mit eigenem Konto tust du das selbst; was das für dich heißt, klärst du mit deiner Steuerberatung.
Kajabi Payments und Co.: wenn die Kursplattform selbst kassiert
Viele Kursplattformen haben einen eigenen Zahlungsdienst. Bei Kajabi heißt er Kajabi Payments. Laut Preisseite von Kajabi kommt zu den Gebühren des Zahlungsanbieters ein Aufschlag von 2 % im Plan Basic, 1 % im Plan Growth und 0,5 % im Plan Pro, wenn du statt Kajabi Payments einen externen Anbieter wie Stripe nutzt (Stand 04.10.2026). Für Zahlungen über PayPal fällt der Aufschlag laut Preisseite nicht an.
Für Abos zählt, wohin sie wandern. Kajabi bietet an, laufende Stripe-Abos und Ratenpläne zu Kajabi Payments umzuziehen: Kajabi legt die Abos mit den Kundendaten aus Stripe neu an und kündigt danach die alten Abos in Stripe. Für die Kunden ändert sich nichts. Der Hilfeartikel beschreibt nur diese Richtung, von Stripe zu Kajabi Payments. Wer die Abos später mitnehmen will, sollte vorher bei Kajabi nachfragen, ob und wie das geht. Wie ein Umzug von Kajabi praktisch abläuft, beschreibt der Artikel über die Kajabi-Alternative.
Andere Plattformen rechnen ähnlich. Skool zieht laut Preisseite von Mitgliedsbeiträgen 10 % im Plan Hobby und 2,9 % im Plan Pro ab. Teachable nennt auf seiner Preisseite für Teachable Payments tägliche Auszahlungen, für das Monthly Payment Gateway monatliche.
Stripe oder PayPal: was ist besser für Online-Kurse?
Für Kartenzahlungen ist Stripe günstiger. Bei 49 € kostet eine Standardkarte aus dem EWR bei Stripe 0,99 €. PayPal nimmt von Händlern in Deutschland für eine Zahlung aus dem EWR 2,99 % + 0,39 €, also 1,86 € (Gebühren von PayPal, laut Seite aktualisiert am 7. September 2026). Für Käufer außerhalb des EWR verlangen beide mehr.
Viele Käufer wollen trotzdem mit PayPal zahlen. Du musst dafür nicht zwei Anbieter pflegen: Stripe-Konten aus der EU (außer Ungarn), Liechtenstein, Norwegen, Großbritannien und der Schweiz können PayPal über Stripe annehmen. Du schaltest es im Stripe-Dashboard unter den Zahlungsmethoden ein und verbindest dein PayPal-Konto. Auch Abos gehen damit, wiederkehrende PayPal-Zahlungen brauchen laut Stripe aber unter Umständen eine Freigabe.
Die Einschränkung steht in der Stripe-Dokumentation zu PayPal: Für Plattformen, über die andere Unternehmen selbst Zahlungen annehmen, ist PayPal nicht verfügbar; Stripe nennt Shopify und Squarespace als Beispiele und schließt die dafür übliche Abrechnungsart („Direct charges“) aus. Ob PayPal in deinem Checkout erscheint, hängt also auch davon ab, wie deine Kursplattform Stripe anbindet. Frag das vor der Wahl nach.
Was mit deinen Abos passiert, wenn du die Plattform wechselst
Beim eigenen Stripe-Konto bleiben Kunden, Zahlungsmittel und Abos in diesem Konto, auch wenn du die Software darüber wechselst. Ob die neue Software diese Abos übernehmen kann, hängt von ihr ab; frag das vor dem Umzug. Beim Reseller bleiben die Abos beim Reseller, denn er ist Vertragspartner deiner Käufer. Bei Plattform-Zahlungen wie Kajabi Payments liegen die Abos bei der Plattform.
Läuft deine Mitgliedschaft über einen Reseller oder über Plattform-Zahlungen, heißt das: Kündigst du dort, verlierst du die laufenden Abo-Einnahmen, und deine Kunden müssen beim neuen Anbieter neu abschließen. Fängst du heute mit einer Mitgliedschaft an, legst du mit der Wahl des Zahlungswegs also fest, wie frei du später bist.
Die Tabelle fasst den Vergleich der Zahlungsanbieter für einen Kurs zu 49 € zusammen.
| Eigenes Stripe-Konto | Reseller | Plattform-Zahlungen | |
|---|---|---|---|
| Beispiele | Stripe mit Kurs-Software | Digistore24, CopeCart | Kajabi Payments, Skool |
| Vertragspartner des Käufers | du | der Reseller | je nach Plattform |
| Kosten je Verkauf (49 €) | 0,99 € Karte, Abo 1,33 € | 3,40 € bis 4,87 € | je nach Plattform und Plan |
| Auszahlung | Stripe auf dein Bankkonto | durch den Reseller | durch die Plattform |
| Abos beim Wechsel | bleiben in deinem Konto | bleiben beim Reseller | bleiben bei der Plattform |
| Kursbereich und Zugang | über die Software darüber | je nach Anbieter | Teil der Plattform |
Kosten für eine Zahlung von 49 € mit einer Standardkarte aus dem EWR. Stripe-Abo einschließlich 0,7 % Stripe Billing; die Gebühr der Software darüber kommt dazu. Reseller: CopeCart im Standardmodell bis Digistore24. Stand: 04.10.2026.
So sieht das in Merchavio aus
Merchavio ist eine Plattform für digitale Produkte, die wir entwickeln. Bei uns verbindest du unter Settings → Payments mit Connect Stripe ein eigenes Stripe-Konto. Es ist ein Standard-Konto, also laut Stripe ein normales Stripe-Konto mit eigenem Zugang zum Stripe-Dashboard. Jede Zahlung und jedes Abo legt Merchavio direkt in diesem Konto an. Die Abos deiner Kunden liegen damit von Anfang an bei dir, und Kunden, Bestellungen und Abos kannst du jederzeit exportieren.
Merchavio kostet im Plan Starter 19 € im Monat und 1,9 % + 0,25 € je Verkauf, zzgl. USt. Die Gebühr zieht Merchavio bei jeder Zahlung automatisch ab, die Gebühr von Stripe kommt dazu. Für ein Abo zu 49 € sind das 1,18 € zzgl. USt für Merchavio und 1,33 € für Stripe je Abbuchung.
Was Merchavio nicht kann, solltest du vorher wissen. Merchavio ist kein Merchant of Record, die Umsatzsteuer rechnest du selbst ab. PayPal erscheint im Checkout derzeit nicht, weil Merchavio Zahlungen genau so anbindet, wie es Stripe in der Einschränkung oben beschreibt. Ratenzahlung und Zahlungslinks mit freiem Betrag für einzelne Coaching-Kunden gibt es noch nicht. Und bestehende Abos von Kajabi, Skool oder Digistore24 kann Merchavio nicht übernehmen; deine Kunden müssten neu abschließen.
Welcher Zahlungsanbieter für Online-Kurse passt zu dir?
Welcher Zahlungsanbieter für Online-Kurse zu dir passt, hängt weniger an ein paar Cent Gebühr als daran, was du später vorhast.
- Ein Reseller wie Digistore24 passt, wenn Affiliates dein wichtigster Vertriebsweg sein sollen oder du Rechnungen und Umsatzsteuer abgeben willst. Dafür zahlst du je Verkauf mehr, und die Abos bleiben beim Reseller.
- Plattform-Zahlungen wie Kajabi Payments passen, wenn du sicher bist, dass du lange auf dieser Plattform bleibst. Bei Kajabi sparst du damit den Aufschlag, die Abos sind dann aber an die Plattform gebunden.
- Ein eigenes Stripe-Konto passt, wenn du Abos verkaufst und Kunden und Zahlungen behalten willst, egal welche Software du in drei Jahren nutzt. Dann brauchst du eine Software darüber, die mit deinem Konto arbeitet.
Häufige Fragen
Welcher Zahlungsanbieter eignet sich für Online-Kurse?
Für die reine Zahlung ist ein eigenes Stripe-Konto günstiger als PayPal oder ein Reseller: 1,5 % + 0,25 € je Kartenzahlung aus dem EWR, bei Abos 0,7 % mehr. Dazu kommt die Gebühr der Software, mit der du Kurs und Zugang verwaltest. Ein Reseller wie Digistore24 kostet mehr, übernimmt aber Rechnung und Umsatzsteuer und hat einen Affiliate-Marktplatz. Verkaufst du Abos, achte darauf, in wessen Konto sie liegen.
Was ist besser, Stripe oder PayPal?
Für Kartenzahlungen ist Stripe günstiger: Bei 49 € kostet eine EWR-Standardkarte 0,99 €, PayPal nimmt für eine Zahlung aus dem EWR 1,86 €. Viele Käufer zahlen aber gern mit PayPal. Mit einem Stripe-Konto in den meisten europäischen Ländern kannst du PayPal als Zahlart dazuschalten.
Kann ich PayPal über Stripe anbieten?
Ja, wenn dein Stripe-Konto in der EU (außer Ungarn), in Liechtenstein, Norwegen, Großbritannien oder der Schweiz liegt. Du schaltest PayPal im Stripe-Dashboard ein und verbindest dein PayPal-Konto. Über Plattformen, über die du als Unternehmen selbst Zahlungen annimmst, ist PayPal laut Stripe nicht verfügbar; das gilt auch für Merchavio.
Was ist ein Merchant of Record?
Ein Merchant of Record ist der Anbieter, der gegenüber dem Käufer als Verkäufer auftritt. Bei Digistore24 ist das Digistore24 selbst: Es stellt die Rechnung, nimmt die Zahlung an und rechnet die Umsatzsteuer ab. Mit eigenem Stripe-Konto bist du selbst der Merchant of Record.
Was passiert mit meinen Abos, wenn ich die Plattform wechsle?
Das hängt davon ab, wo sie liegen. In deinem eigenen Stripe-Konto bleiben sie bei dir. Beim Reseller oder bei Plattform-Zahlungen wie Kajabi Payments bleiben sie beim Anbieter, und deine Kunden müssen nach dem Wechsel meist neu abschließen.
Wann bekomme ich mein Geld?
Bei Stripe kommt die erste Auszahlung meist 7 bis 14 Tage nach der ersten Zahlung. Danach zahlt Stripe nach dem Plan aus, den du im Dashboard wählst, zum Beispiel täglich, wöchentlich oder monatlich (Stripe-Doku zu Auszahlungen). Reseller und Kursplattformen haben eigene Auszahlungstermine.
Shop, Checkout, Kurse, Communities und Back-Office in einer Plattform.