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Plattform für Yogalehrer: Welcher Weg passt zu deinem Online-Yoga?

Von Philippe Ramón Hamerla · Aktualisiert 18. Oktober 2026 · 10 Min. Lesezeit

Deine Schüler kommen wegen dir, ihre Kontaktdaten liegen aber beim Studio oder bei Urban Sports Club. Welche Plattform für Yogalehrer dann passt, hängt davon ab, was du online anbieten willst: Für eine Live-Stunde pro Woche, Aufzeichnungen zum Nachüben und eine Mitgliedschaft, die jeden Monat abbucht, ist es eine Online-Plattform. Eine Buchungssoftware wie Momoyoga oder Eversports lohnt sich, wenn du einen eigenen Raum mit Plätzen und 10er-Karten verwaltest. Hier stehen die drei Wege mit Kosten in Euro (Stand 14.10.2026), auch für Merchavio, das wir entwickeln.

Was dein Online-Yoga braucht

Vielleicht läuft dein Online-Yoga gerade so: Die Anmeldung kommt per Mail oder WhatsApp, der Beitrag per Überweisung oder PayPal. Den Zoom-Link schickst du, sobald das Geld da ist, und die Aufzeichnung landet ein paar Tage später in der WhatsApp-Gruppe oder in einem Dropbox-Ordner. Bei fünf Teilnehmerinnen geht das gut. Mit jeder weiteren wächst die Handarbeit, und wer aufhört zu zahlen, hat den Link trotzdem noch.

Wenn du Yoga online unterrichten willst, ohne dass daraus ein zweiter Bürojob wird, muss dein Werkzeug fünf Dinge erledigen:

  • Deine Mitglieder zahlen jeden Monat automatisch, und wer kündigt, kommt danach nicht mehr rein.
  • Den Zoom-Link zur Live-Stunde sehen nur die, die bezahlt haben.
  • Wer eine Stunde verpasst, übt mit der Aufzeichnung nach, ohne dass die Datei in Chats weitergereicht wird.
  • Namen und E-Mail-Adressen deiner Schüler liegen bei dir, auch wenn du Studio oder Werkzeug wechselst.
  • Es gibt eine Seite, auf der man dich findet, dein Angebot sieht und bucht.

Der vierte Punkt wiegt beim Yoga schwer. Im Yoga Report 2026 von Eversports, einer Umfrage unter über 1.000 Studiobesitzern, Kunden und Mitgliedern im deutschsprachigen Raum, sagen 57,9 % der Yogis, dass sie mit ihrer Lehrerin oder ihrem Lehrer in ein anderes Studio wechseln würden. Dem Studio treu bleiben würden 38,8 %. Eversports verkauft selbst Software für Studios, die Zahlen sind also nicht neutral.

Dazu kommen Anbieter wie Urban Sports Club oder Wellpass: Laut Report arbeiten 49,6 % der befragten Studios mit ihnen, und nur 6 % sagen, dass sie deren Nutzer gut zu echten Mitgliedern machen können. Wer über so einen Anbieter in deine Stunde kommt, steht danach in keiner Liste, die dir gehört.

57,9 %
der Yogis würden mit ihrer Lehrperson das Studio wechseln
38,8 %
bleiben eher dem Studio treu
49,6 %
der Studios arbeiten mit Anbietern wie Urban Sports Club
Eversports Yoga Report 2026, Umfrage im deutschsprachigen Raum. Eversports verkauft Software für Studios.

Plattform für Yogalehrer: drei Wege im Vergleich

Für diese fünf Aufgaben gibt es drei Wege. Welcher passt, hängt weniger vom Preis ab als davon, ob du einen eigenen Raum mit festen Plätzen hast.

Tool-Mix aus Zoom, PayPal und WhatsApp

Du nutzt, was du schon hast. Ein festes Abo brauchst du nur für Zoom: Im kostenlosen Plan endet jedes Meeting nach 40 Minuten (Preisseite von Zoom, Stand 14.10.2026), für eine ganze Yogastunde reicht das nicht. PayPal nimmt je Zahlung aus dem EWR 2,99 % + 0,39 € (Gebühren von PayPal). Zahlungen gleichst du selbst ab, Links und Aufzeichnungen verteilst du von Hand, und eine Website hast du damit noch nicht.

Buchungssystem für Yoga: Momoyoga und Eversports

Momoyoga und Eversports sind für den Studioraum gebaut: ein Stundenplan mit begrenzten Plätzen und Karten wie der 10er-Karte, bei Eversports dazu ein Check-in. Online können beide auch einiges. Videos auf Abruf gibt es bei beiden, und bei Momoyoga trägst du je Kurs einen Zoom-Link ein, den deine Yogis 30 Minuten vor Beginn per E-Mail bekommen (Anleitung von Momoyoga).

Für eine Online-Mitgliedschaft kommt es auf den Plan an. Bei Momoyoga gibt es monatlich erneuernde Mitgliedschaften erst ab Plus für 79 € im Monat, bei jährlicher Zahlung 59 €. Im kostenlosen Plan kannst du die Liste deiner Yogis nicht exportieren (Preisseite von Momoyoga). Eversports rechnet nach Buchungen, und eine Buchung ist laut Preisseite von Eversports „ein Kurs, eine Klasse oder ein Workshop, den ein:e Kund:in bei dir gebucht hat“. Buchen 20 Mitglieder jede Woche eine Live-Stunde, sind das rund 80 Buchungen im Monat. Damit brauchst du das Paket Starter für 89 € im Monat statt Light für 59 €, dazu einmalig 99 € Einrichtung. Alle Preise sind ohne Umsatzsteuer.

Eigene Online-Yoga-Plattform

Eine Online-Plattform ist für das Angebot im Netz gebaut: Mitgliedschaft und Videothek liegen mit deiner Website in einem Konto. Ein Beispiel ist Merchavio, das wir entwickeln. Deine Schüler zahlen dort direkt auf dein eigenes Stripe-Konto, die Kundenliste lädst du jederzeit als Datei herunter, und endet ein Abo, endet auch der Zugang. Plätze und Kurskarten für Stunden vor Ort hat Merchavio nicht.

Allgemeine Kursplattformen und was sie mit Community und Newsletter kosten, vergleicht der Artikel über Online-Kurs-Plattformen. Mitgliedschaften lassen sich auch über Reseller wie Digistore24 verkaufen. Dort ist Digistore24 rechtlich der Verkäufer, was das für deine Kundenliste heißt, steht im Überblick, auf welcher Plattform du digitale Produkte verkaufen kannst.

Tool-MixMomoyoga, EversportsMerchavio
Monatsabo bucht automatisch abnein, du gleichst abMomoyoga ab Plus, Eversports jaja, in jedem Plan
Zoom-Link nur für Zahlendedu schickst ihn selbstMomoyoga mailt ihn vor der Stundeim Bereich nur für Mitglieder
AufzeichnungenChat, Dropbox oder VimeoVideos auf AbrufVideothek als Kurs
Plätze und 10er-Kartenneinjanein
Liste deiner Schülerverteilt auf Chatsbei Momoyoga Free kein ExportExport als CSV
Kosten im Monat abZoom-Abo und PayPal-GebührMomoyoga 0 €, mit Monatsabo 79 €19 € plus Gebühr je Zahlung

Laut Preis- und Hilfeseiten der Anbieter, Stand 14.10.2026, Preise ohne USt. Bei Momoyoga und Merchavio kommen die Gebühren von Stripe dazu.

Was kostet dich eine Online-Mitgliedschaft im Monat?

Ein Beispiel: 15 Schülerinnen zahlen dir je 30 € im Monat für eine Live-Stunde pro Woche und die Aufzeichnungen. Das sind 450 € im Monat. Davon geht für das Werkzeug weg: bei Merchavio Starter rund 45 €, bei Eversports 89 € und bei Momoyoga Plus 93 € (laut Preisseiten, Stand 14.10.2026, ohne USt).

405 €
bleiben dir bei Merchavio Starter
361 €
bleiben dir bei Eversports
357 €
bleiben dir bei Momoyoga Plus
Was dir von 450 € im Monat bleibt: 15 Mitglieder zu 30 €, Werkzeuge monatlich gezahlt, ohne USt. Von den rund 45 € bei Merchavio bekommt Merchavio 31 € (Plan und Gebühr je Zahlung), rund 14 € nimmt Stripe für die Kartenzahlungen. Bei Momoyoga ist Stripe ebenfalls abgezogen; Eversports im Paket Starter (rund 4 Buchungen je Mitglied) und ohne Zahlungsgebühren, weil die Preisseite sie nicht nennt. Ein Zoom-Abo kommt überall dazu.

Mit Zoom und PayPal sind es nur rund 19 € plus das Zoom-Abo, dafür gleichst du jede Zahlung selbst ab und verschickst die Links von Hand. Wächst deine Gruppe auf etwa 40 Mitglieder, ist Eversports günstiger, ab etwa 75 auch Momoyoga Plus, weil Merchavio je Zahlung eine kleine eigene Gebühr nimmt und die beiden nur ihren Monatspreis. Die 30 € sind nur ein Beispiel, keine Empfehlung für deinen Preis.

So sieht dein Online-Yoga mit Merchavio aus

In Merchavio ist die Mitgliedschaft eine Community mit Monatspreis, die Live-Stunde ein wöchentlicher Termin darin und die Videothek ein Kurs. So richtest du dein Online-Yoga-Studio in groben Schritten ein; die Knöpfe heißen so wie im Dashboard, das großteils englisch ist:

  1. Auf der Seite mit der kostenlosen Vorlage für deine Yoga-Website klickst du auf „Vorlage nutzen“. Startseite, Über mich, Shop und FAQ landen als Entwurf in deinem Konto, Texte und Fotos tauschst du gegen deine eigenen.
  2. Unter „Settings“ und „Payments“ verbindest du mit „Connect Stripe“ dein Stripe-Konto. Welche Zahlarten deine Mitglieder sehen, legst du in Stripe fest.
  3. Unter „Products“ legst du mit „New product“ eine „Community“ an und trägst im Tab „Pricing“ beim Plan „Monthly“ deinen Preis ein.
  4. In der Live-Ansicht deiner Community legst du im Kanal „Events“ mit „+ Event“ die Stunde an, stellst „Repeat“ auf „Weekly“ und setzt unter „Link“ den Link zu deinem Zoom-Meeting ein.
  5. Die Aufzeichnungen kommen als Lektionen in einen eigenen Kurs, den du im Kanal „Course“ in die Community einbindest. Im Tab „Pricing“ des Kurses wählst du „Free“ und speicherst mit „Save draft“, nicht mit „Publish“: Als Entwurf sehen ihn nur deine Mitglieder, ohne ihn extra zu kaufen, veröffentlicht zu 0 € könnte ihn dagegen jeder gratis bekommen.
  6. Für eine Probewoche wählst du unter „Discounts“ mit „New discount“ die Art „Free trial“ und legst die Zahl der Tage fest.

In die Community kommt nur, wer ein laufendes Abo hat, und den Link im Termin sehen nur Mitglieder. Die nächsten Termine stehen oben in der Community, und wer auf „Remind me“ („Erinnern“) tippt, bekommt zur Startzeit eine E-Mail mit dem Link. Jeden Schritt mit allen Knöpfen zeigt die Anleitung, wie du deine Online-Yoga-Mitgliedschaft einrichtest.

Kommende Termine in einer Merchavio-Community mit wöchentlichen Live-Terminen und Knöpfen zum Zuschauen und Erinnern
So sehen Mitglieder die nächsten Termine in der Community. Beispieldaten aus dem Demo-Shop.

Merchavio hat auch einen eigenen Livestream. Er ist für kleine Runden gedacht, und jede eingeschaltete Kamera zählt mit. Für die Gruppenstunde, in der du alle Matten sehen und korrigieren willst, bleibt Zoom der verlässlichere Weg.

Neue Mitglieder legen beim ersten Besuch der Community ein Passwort fest, das Fenster dafür ist derzeit englisch. Ein Satz dazu in deiner Willkommensmail erspart dir Nachfragen.

Der Plan Starter kostet 19 € im Monat oder 190 € im Jahr, jeweils zzgl. USt, plus 1,9 % + 0,25 € je Verkauf und die Gebühr von Stripe. Fünf Tage kannst du Merchavio ohne Kreditkarte testen; Livestreams gehen in dieser Zeit nur als Einbettung, Kursvideos hochladen erst mit einem bezahlten Plan.

Jede Wiedergabe einer Aufzeichnung zählt mit der Größe der hochgeladenen Datei. Im Plan Starter dürfen Videos im Monat für 100 GB abgespielt werden, eine Aufzeichnung mit 1 GB also 100-mal. Verkleinere lange Stunden vor dem Hochladen, etwa auf 720p, dann reicht das Kontingent für deutlich mehr Wiedergaben.

Wann eine Buchungssoftware besser passt

Hast du einen eigenen Raum, in den an einem Abend nur zwölf Matten passen, brauchst du begrenzte Plätze und Karten wie die 10er-Karte. Das kann Merchavio nicht, Momoyoga und Eversports schon. Auch die Anbindung an Urban Sports Club gibt es dort, bei Eversports gegen 0,39 € je Buchung, höchstens 39 € im Monat (Preisseite, Stand 14.10.2026).

Reichen dir zu den Stunden im Studio ein paar Videos auf Abruf, brauchst du kein zweites Werkzeug, beide Buchungsprogramme haben das. Willst du online mehr aufbauen, mit eigener Mitgliedschaft und Website, kannst du kombinieren: Der Stundenplan fürs Studio bleibt in der Buchungssoftware, das Online-Angebot läuft auf der Plattform. Das bedeutet zwei Logins und zwei Rechnungen, dafür musst du bei keinem der beiden Werkzeuge auf das verzichten, wofür es gebaut ist.

Suchst du eine Alternative zu Eversports, weil du ohnehin fast nur online unterrichtest, ist eine Online-Plattform der passendere Weg. Willst du erst testen, ob deine Schüler online mitmachen, geht das auch mit Momoyoga Free ohne Monatspreis, solange du Stunden einzeln oder mit Kurskarten verkaufst. Eine monatliche Mitgliedschaft gibt es dort nicht, und Momoyoga nimmt 5 % je Online-Zahlung.

Nächster Schritt

Weißt du, welcher Weg passt, geht es an die Einrichtung deiner Mitgliedschaft, Schritt für Schritt.

Online-Yoga-Mitgliedschaft einrichten: Anleitung für Yogalehrer →

Online-Yoga-Mitgliedschaft einrichten: Monatsbeitrag, Zoom-Link nur für Zahlende, Videothek, Probewoche und Umzug deiner Gruppe von PayPal.

Häufige Fragen

Was kostet Momoyoga?

Momoyoga Free kostet 0 €, dafür nimmt Momoyoga 5 % je Online-Zahlung zusätzlich zur Gebühr von Stripe. Monatlich gezahlt kostet Standard 39 €, Plus 79 € und Custom mit eigener App 229 €, bei jährlicher Zahlung 29 €, 59 € und 179 € im Monat, jeweils ohne Mehrwertsteuer. Monatlich erneuernde Mitgliedschaften gibt es ab Plus (Stand 14.10.2026).

Was kostet Eversports für Anbieter?

Der Preis von Eversports Manager richtet sich nach den Buchungen im Monat: Light kostet für bis zu 49 Buchungen 59 €, Starter für bis zu 199 Buchungen 89 €, bei jährlicher Abrechnung 49 € und 79 € im Monat. Dazu kommen einmalig 99 € Einrichtung, alles ohne Umsatzsteuer. Gebühren je Zahlung nennt die Preisseite nicht (Stand 14.10.2026).

Welche Plattform passt für Online-Yoga ohne eigenes Studio?

Unterrichtest du in fremden Studios und willst online etwas Eigenes aufbauen, passt eine Online-Plattform, auf der Zoom-Link und Aufzeichnungen nur für zahlende Mitglieder sichtbar sind, zum Beispiel Merchavio. Eine Buchungssoftware brauchst du erst, wenn du selbst Plätze in einem Raum vergibst.

Brauche ich neben der Buchungssoftware eine eigene Plattform?

Nicht unbedingt. Momoyoga und Eversports haben Videos auf Abruf, Momoyoga verschickt den Zoom-Link vor der Stunde. Eine eigene Plattform lohnt sich, wenn du eine Online-Mitgliedschaft aufbauen und deine Kundenliste unabhängig vom Studio führen willst.

Kann ich meine Stunden weiter über Zoom geben?

Ja. Im kostenlosen Zoom-Plan endet ein Meeting nach 40 Minuten, für eine ganze Yogastunde brauchst du deshalb ein bezahltes Zoom-Konto. Bei Merchavio trägst du den Link im Termin deiner Community ein, und nur Mitglieder sehen ihn; bei Momoyoga trägst du ihn je Kurs ein.

Gibt es Vorlagen für Yoga-Websites?

Ja, zum Beispiel die kostenlose Vorlage für deine Yoga-Website von Merchavio mit Startseite, Über mich, Shop und FAQ. Du übernimmst sie mit „Vorlage nutzen“ als Entwurf in dein Konto und tauschst Texte und Fotos gegen deine eigenen.

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